Geschichte & Geschichten
 



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Das Gut Neuhof entstand 1764
    in einer Zeit, deren  
    wirtschaftliche, politische
    und gesellschaftliche
    Verhältnisse durch Adel
    und Klerus bestimmt und
    feudalistisch gesteuert
    wurden.

Rückblick ins 18. Jahrhundert:

Von 1701 bis 1918 war das
Königreich Preußen eine Monarchie,
die von 1740 bis 1786 von König
Friedrich II. regiert wurde. Unter
seiner Herrschaft
stieg Preußen zur
fünften Großmacht auf, begünstigt
durch eine Entwicklung, die als
"
Mirakel des Hauses Brandenburg"
in die Geschichte einging. Nach dem
plötzlichen Tod von Zarin Elisabeth
am 05.01.1762 löste ihr Nachfolger
Zar Peter III. Russland aus der
Allianz mit Österreich und schloss
mit dem Preußischen König den
Friedens- und Bündnisvertrag von
Sankt Petersburg am 05.05.1762.
Am 17.07.1762 wurde Zar Peter III.
ermordet. Seine Nachfolgerin
Katharina II. löste zwar das Bündnis,
hielt aber den Frieden ein.  

Als Vertreter des
Aufgeklärten
Absolutismus schaffte König
Friedrich II. die Folter ab,
verminderte die Zensur, legte den
Grundstein für das Allgemeine
preußische Landrecht und holte mit
der Gewährung völliger
Glaubensfreiheit weitere
Exulanten
ins Land, meist protestantische
Glaubensflüchtlinge, die wegen
ihres religiösen Bekenntnisses aus
ihrer Heimat vertrieben wurden.

Nach der Auffassung Friedrich des
Großen sollte in Preußen „jeder
nach seiner Façon selig werden“.

Während seiner Herrschaft
vergrößerte König Friedrich II. sein
Territorium um 76.000 km² auf
195.000 km² (1786). Während dieser
Zeit stieg die Bevölkerung Preußens
von etwa 2,4 Millionen auf 5,629
Millionen Einwohner an.

Als letzter der drei Schlesischen
Kriege endete 1763 der
Siebenjährige Krieg, ein
europäischer Weltkrieg im Zeitalter
der Aufklärung, mit dem Frieden
von Hubertusburg. Als Grundlage
für die Friedensverträge zwischen
Preußen, Österreich und Sachsen
wurde am 15.02.1763 der status quo
ante bellum (der Zustand vor dem
Krieg) wiederhergestellt. Allein in
Preußen hatte der Krieg eine halbe
Million Menschenleben gekostet.

Im darauf folgenden Jahr


  • starb am 15.04.1764 in
    Versailles Madame de
    Pompadour (* 29.12.1721),
    französische Mätresse von
    Ludwig XV.,


  • wurde im Juli 1764 Iwan VI.
    Antonowitsch (* 23.08.1740),
    russischer Zar, nomineller
    Kaiser von Russland 1740-
    1741, nach 23jähriger
    Gefangenschaft in der
    Festung Schlüsselburg
    ermordet; er galt bis zu
    einem archäologischen Fund
    im Jahr 2010 als der einzige
    russische Kaiser, dessen
    Begräbnisort unbekannt ist

  • wurde 1764 von den
    Herrschaften von Winterfeld,
    die bereits seit dem 14./15.
    Jahrhundert die Stammburg
    Dallmin (Winterfeldburg und
    Lobekeburg) und unter
    anderen die Herrschaft
    Streesow, Blüthen, Strehlen
    und Hünerland,
    Wredenhagen und Wangelin
    und seit dem 16./17.
    Jahrhundert Schloss
    Neuhausen mit einzelnen
    Pertinenzen sowie die Güter
    Kehrberg, Karwe mit
    Muggerkuhl, Wendisch-
    Warnow, Wustrow sowie
    Varnow und Gülitz,
    Neuendorf und Neustadt an
    der Dosse und die Burg in
    Perleberg inne hatten, als
    Vorwerk das Gut Neuhof
    gegründet.

33 Jahre später, am 16.11.1797,
starb Friedrich Wilhelm II., der nach
Friedrich dem Großen seit 1786
Preußischer König gewesen war.
Sein Nachfolger von 1797 bis 1840
wurde sein Sohn Friedrich Wilhelm
III.

Rückblick ins 19. Jahrhundert:

Unter der Herrschaft von König
Friedrich Wilhelm III. wurde 1807
die
Leibeigenschaft der Bauern
aufgehoben. Das
Oktoberedikt vom
09.10.1807 gilt als der Beginn der
Preußischen Reformpolitik.
Die mit dem "
Edikt den erleichterten
Besitz und den freien Gebrauch des
Grundeigentums sowie die
persönlichen Verhältnisse der
Landbewohner betreffend"
einhergehende Aufhebung der
(vornehmlich vom Adel als von Gott
gegeben betrachteten) feudalen
Ständeordnung mit dem Adel an der
Spitze wurde von diesem ebenso
kritisch betrachtet wie die durch das
Edikt vermeintlich neu erschaffene
"Menschenklasse" namens
Landbewohner.

Zu diesem Zeitpunkt existierte das
Gut Neuhof 43 Jahre.

Für die Dauer der
Befreiungskriege
1813-1815 wurde in Preußen die
Allgemeine Wehrpflicht eingeführt.
Das seinem Volk gegebene
Versprechen, dem Land eine
Verfassung zu geben, löste
Friedrich Wilhelm III. nicht ein.

Demokratie und deutsche Einheit
scheiterten 1849, als Friedrich
Wilhelm IV. (1840-1861) die
Kaiserkrone ablehnte, die ihm die
Nationalversammlung angetragen
hatte. Nachdem die Revolution von
1848/49 in Südwestdeutschland mit
Hilfe preußischer Truppen endgültig
niedergeschlagen worden war,
führte König Friedrich Wilhelm IV.
in Preußen das  
Dreiklassenwahlrecht ein, wonach
die Wähler ein nach Steuerleistung
in drei Abteilungen („Klassen“)
abgestuftes Stimmengewicht
besaßen. Bis zum Ende der
Monarchie im Jahre 1918 blieb
dieses Zensuswahlrecht in Kraft.

Im Jahr 1864, als das
Gut Neuhof
100 Jahre alt wurde,

  • gründeten am 23.04.1864
    Wilhelm Oechelhäuser und
    Franz von Dingelstedt in
    Weimar anlässlich des 300.
    Geburtstages von William
    Shakespeare die Deutsche
    Shakespeare-Gesellschaft
    als erste wissenschaftlich-
    kulturelle Vereinigung dieser
    Art,


  • konnte der 1864 begonnene
    Deutsch-Dänische Krieg mit
    einem im November 1864
    ratifizierten Friedensvertrag,
    dem sogenannten Frieden
    von Wien, beendet werden,

  • wurde am 08.11.1864
    Abraham Lincoln von den
    stimmberechtigten
    Nordstaaten während des
    Sezessionskrieges als
    Präsident der Vereinigten
    Staaten wiedergewählt.  

Sieben Jahre später wurde im
Spiegelsaal von Versailles am
18.01.1871 – am 170. Jahrestag der
Königskrönung Friedrichs I. –
Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser
ausgerufen und die Gründung des
Deutschen Reichs proklamiert. In
Berlin wurde am 21.03.1871 der erste
deutsche Reichstag eröffnet, Otto
von Bismarck wurde zum
Reichskanzler ernannt und in den
Fürstenstand erhoben. Am
16.04.1871 wurde die Bismarcksche
Reichsverfassung als Gesetz
verabschiedet und zur
Rechtsgrundlage für das deutsche
Kaiserreich.

Während der Gründerjahre wurden
von 1871 bis 1873 in Deutschland
mehr als 900 Aktiengesellschaften
gegründet. Mit dem Einbruch der
Finanzmärkte beendete der als
Gründerkrach bekannt gewordene  
Börsenkrach 1873 die Gründerzeit im
Sinne einer Phase nicht selten
spekulativer Firmengründungen.
Die nachfolgende Deflationsphase
wird als Gründerkrise bezeichnet.
Der Krise vorausgegangen war eine
Überhitzung der Konjunktur, die von
verschiedenen Faktoren begünstigt
worden war – in Deutschland vor
allem durch den gewonnenen Krieg
gegen Frankreich 1870/71, die
daraus erworbenen
Reparationszahlungen Frankreichs
und die Reichsgründung.

Nachdem 1873 in der "
großen
Depression" die Finanzmärkte
weltweit eingebrochen waren,
gingen die Volkswirtschaften der
sich industrialisierenden Staaten in
eine Phase des verlangsamten
Wachstums und der Deflation über,
die bis in die 1890er-Jahre anhielt.
Mit seinem bemerkenswerten Bericht überlieferte ein kluger Ureinwohner von Neuhof
Daten, Fakten, Eindrücke und Betrachtungen aus den 65 Jahren zwischen 1928 und 1993


Geschichtliche Entwicklung Neuhof, ab 1928                                                    Verfasser: Herbert Alex

Neuhof - vorhergehende geschichtliche Prägung durch das Rittergut. Gut Neuhof - Einbindung in einen
größeren Gutsverband, die Ritterschaft. Besitzer des Gutes Neuhof war Herr von Winterfeld.

Der Verwalter der Gemarkung Neuhof im Zeitraum 1928 war Herr Schwan. Er war ein tüchtiger Feldwirt
und begründete den guten Ruf des Gutes Neuhof als Saatzuchtbetrieb für Getreide. Der Anbau
Stärkekartoffel war ein weiterer Pfeiler der Wirtschaftlichkeit. Betriebliche Schweinemast war nicht
vorhanden. Der Bestand an Milchkühen betrug konstant 90 - 100 Stück. Die gesamte Heuernte eines
Jahres konnte auf dem Heuboden des Milchviehstalles untergebracht werden. Das Stallgebäude wurde
vor 1900 erbaut. Die Jungrinderbestände waren in einem Laufstall untergebracht. Der Pferdestall war
ebenfalls deckenlastig gebaut. Die Saatreinigungsmaschine war auf dem Stallboden aufgestellt. Die
Bodenräume wurden als Saatgutspeicher benutzt.

Die Gutsschmiede und Stellmacherwerkstatt waren in einem Gebäude, in der Mitte des Hofes,
untergebracht. Ebenfalls, deckenlastig, sind die Bodenräume als Getreidespeicher genutzt worden.

Eine in Fachwerkbauweise errichtete Überflurscheune, an der Ostseite des Hofes, ist auch vor 1900 erbaut
worden. Zwei, cir. 12 m hohe, mit Rundholz errichtete, mit Bretter verkleidete Feldscheunen sind nach 1900
entstanden. In Neuhof-Mollnitz stand die älteste Scheune des Gutes, um 1800 in Fachwerkbauweise
errichtet und mit Stroh gedeckt. Fast alle Wohngebäude sind um 1900 errichtet, ein Wohnhaus ist um 1800
entstanden und ein Zweifamilienhaus nach 1933. Die Wohnflächenzumessung für jede Familie war sehr
gering und betrug cir. 40 qm (40"). Ein einstöckiges Wohngebäude, als "Schnitterkaserne" bekannt, diente
als Unterkunft für hauptsächlich polnische Saison-Landarbeiter.

Eine starke Ortsgruppe der SPD war eine politische Orientierungshilfe für die Landarbeiter des Gutes
Neuhof im Zeitraum 1925 bis 1933. Bei einem Landarbeiterstreik 1929 verliefen alle Aktionen friedlich und
ohne Übergriffe. Gesetzliche Regelungen bewirkten eine Vergrößerung der Wohnflächen pro Familie für
nach 1933 neu erbaute Wohngebäude. 1935/36 wurde ein Zweifamilienhaus gebaut. Gleichzeitig wurde
dazu ein Stallgebäude errichtet.

Durch Blitzschlag brannte im August 1929 eine bis in die letzte Ecke mit Weizen vollgepackte Scheune, an
der Südseite des Hofes, vollständig herunter. Es wurde danach an Ort und Stelle eine neue größere
Scheune erbaut, eine zweite Scheune entstand an der Nordseite des Hofes. Durch einen Brand ist 1943 ein
in Neuhof-Mollnitz stehender Stall stark beschädigt worden. In Massivbauweise wurde dieser Stall wieder
aufgebaut.

Bei der Anlegung der Parkfläche mit Gewässer ist die Hauptwetterseite - W - NW - berücksichtigt worden.
Vorrangig waren Eiche, Esche und Linde im Baumbestand vorhanden. Durch Anschluß des Parkteiches an
Wasser hatte Badequalität, der Fischbestand war artenreich. Die Wassermühle, an dem Fließ "Baek"
gelegen, gehörte bis 1945 zur Gemarkung Neuhof. Dach wurde dieses Grundstück der Gemeinde
Neuhausen zugeordnet.

1944 wurde der Landweg nach Neuhof-Mollnitz befestigt. Der Verbindungsweg nach Dallmin und nach
Neuhausen war als Kopfsteinpflasterstraße gebaut (Ost-West). In nördliche Richtung, ins
Meklenburgische, sowie in südliche Richtung, zur Kreisstadt Perleberg, führten unbefestigte Landwege.

Die Trink- und Brauchwasserversorgung auf dem Gut Neuhof war gewährleistet durch drei mit
Feldsteinen ausgemauerte Tiefbrunnen. Wasserleitungen verbanden die Versorgungsobjekte. In
Neuhof-Mollnitz waren zwei mit Feldsteinen ausgemauerte Tiefbrunnen vorhanden. Als Ziehbrunnen
wurden diese bis in den Zeitraum 1970/75 genutzt.

Ein freistehender Backofen, aus Feldsteinen und Lehmziegel errichtet, war für alle Familien in
Neuhof-Mollnitz zentraler Backplatz. In Neuhof war ebenfalls ein gleichartiger Backofen vorhanden. Bis in
den Zeitraum 1950/55 waren diese Öfen in Nutzung.

II. Weltkrieg - von Deutschland verloren.
Am 6. Mai 1945 nahmen die sowjetischen Truppen Neuhof in Besitz. Die Familie von Winterfeld flüchtete in
den Westteil Deutschlands. Eine radikale Veränderung der Wirtschafts- und Verwaltungsstrukturen
wurde eingeleitet. Durch die Bodenreform wurden alle land- und forstwirtschaftlichen Flächen des Gutes
in 5,- ha große Parzellen für Neubauern und landarme Bauern eingeteilt. Alle Wirtschaftsgebäude wurden
durch Umbau für neue Nutzungsarten in ihrer Struktur verändert. Der geplante Abriß des Gutshauses
konnte verhindert werden. Das Gebäude des Jungrinderlaufstalles wurde abgerissen. Die eigentliche
Entwicklung des Gutes Neuhof begann 1945 mit dem Eintreffen vieler Flüchtlinge aus dem Osten
Deutschlands. Hier wohnhaft gewordene Umsiedler kamen hauptsächlich aus dem Dorf Lauske, im Kreis
Schwerin an der Warthe, Regierungsbezirk Frankfurt an der Oder. 1948 begann der Aufbau der ersten
fünf Neubauernhäuser. In der Kombination als Haus-Stall-Scheune wurden sie unter der Bezeichnung
"Eindachtyp" bekannt. Der Baubefehl 209 der sowjetischen Militärverwaltung sicherte vorrangig die
Baustoffversorgung der Landbauten. Zwei Flüchtlinge aus Böhmen (Egerland) bauten auf dem
ehemaligen Stallgebäude ein Sägewerk auf. Ein leistungsstarker Elektromotor des Gutes sowie die
Aufstellung einer Kreissäge mit 1 m Blattdurchmesser bildeten die Grundlage für eine mehrjährige
Nutzung dieses Sägewerkes. Durch Abwanderung oder Aufgabe der Neubauerntätigkeit wurden
Landflächen frei, die verteilt wurden. Bis zum Zeitraum 1950/52 war die Aufstockung der verbliebenen
Betriebe bis 10,- ha erreicht.

Aus dem Gut Neuhof wurde das Dorf Neuhof.

Um eine weitere Betriebsvergrößerung zu verhindern wurden freiwerdende Flächen in einem "Örtlichen
Landwirtschaftsbetrieb" (ÖLB) zusammengefasst. 1953/54 wurden freie Flächen in Neuhof dem
bestehenden ÖLB Kribbe zugeordnet. Der Durchschnittsbestand je 10,- ha Neubauernbetrieb im
Zeitabschnitt 1955 bis 1960 betrug 3-4 Milchkühe, 1-2 Jungrinder, 1 Pferd, 20-25 Schweine, 2 Schafe und
20-30 Hühner. Es gab eine Ablieferungspflicht für alle Produkte, diese wurden von staatlichen Erfassungs-
und Aufkaufstellen übernommen.

Im März 1956 wurde in Kribbe die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet. Der
ÖLB wurde dem neuen Betrieb übergeben, es entstand eine LPG Typ III. Einige Betriebe in Neuhof
schlossen sich der LPG Kribbe an. 1960 bildete sich eine LPG Typ I in Neuhof, Feldwirtschaft wurde
genossenschaftlich bewirtschaftet, Viehbestände bliebe privat. Der Anschluß Neuhof an LPG Kribbe war
im Jahr 1965. Die gesamte Feldmark Neuhof wurde wieder großflächig bewirtschaftet. Ein Bauernförster
war für die Durchführung von Hege und Pflege der Waldbestände verantwortlich.

Die notwendige Agrartechnik war in staatlichen Betrieben stationiert und konnte zu staatlich festgelegten
Tarifen in Anspruch genommen werden. Unter der Bezeichnung Maschinenausleihstation (MAS) hatten
die Betriebe staatliche Monopolstellung in der Agrarproduktion. Der für Neuhof zuständige
Maschinenpark war als Brigade V der MAS Berge in Neuhof stationiert. Die ehemalige Gutsschmiede
wurde als Werkstatt eingerichtet.

Die Anbaustruktur der Feldwirtschaft wurde verändert. Der Feldfutteranbau wurde verstärkt. Die
Standortwahl für eine erweiterungsfähige Stallanlage für Tierproduktion wurde primär bestimmt durch die
vorhandene Feldscheune, als künftiger Bergeraum für Heu und Stroh. Durch eine Tiefbohrung, 56 m,
davon 48 m durch eine Tonschicht, wurde die Wasserversorgung der neuen Stallanlage gesichert. Das
vorhandene Leitungsnetz des ehemaligen Gutes wurde ebenfalls angeschlossen. Der Bau einer
Wasserversorgungszentrale in Dallmin ermöglichte die Herstellung einer Wasserleitung über Kribbe
nach Neuhof. Beide Dörfer wurden 1982 an das zentrale Leitungsnetz angeschlossen. Neuhof-Mollnitz
wurde an die Wasserzentrale Berge angegliedert.

1965 waren in der Stallanlage 250 Milchkühe, 90 Jungrinder, 500 Mastschweine und 70 Sauen vorhanden.
Ab 1967/68 wurde eine Umstrukturierung der Viehbestände eingeleitet. Durch staatliche Regelung wurde
eine Spezialisierung der Agrarproduktion befürwortet. Der einheitliche Betrieb wurde in zwei
Spezialbetriebe, Feld- und Viehwirtschaft, aufgeteilt. Die aufgegliederte Tierproduktion in Neuhof wurde
abgelöst durch den Aufbau von Rindermastbeständen, speziell Bullenmast. Im Zeitraum 1980 betrug der
Bestand in Neuhof 1500 Mastrinder sowie cir. 100 Kälber. Die Werkstatt Neuhof wurde der
Rindermastanlage zugeordnet. Eine Jahresproduktion von 1200 Mastbullen und 4700,- Zentner Rindfleisch
wurde erreicht. Die Scheune mußte im Zeitraum 1975 wegen Sturmschäden abgerissen werden.

1985 wurde die Betonstraße zur Stallanlage und verengt weiterführend bis Ortsausgang von der Baufirma
Lange, aus Wittmoor, gebaut. Die Feldwirtschaft Neuhof wurde durch Spezialbetrieb Pflanzenproduktion
Dallmin bewirtschaftet, mit Stützpunkt in Kribbe. Sichere und gute Erträge waren auf den Feldern der
Gemarkung Neuhof zu verzeichnen.

Der Schulsteig, der Jahrzehnte als Fußgänger- und Fahrradweg von Neuhof nach Kribbe genutzt wurde,
ist im Zeitabschnitt 1975/76 als Betonstraße ausgebaut worden. Diese neue und kürzere Verbindung löste
die alte mit Kopfsteinpflasterung versehene Straße als Hauptverbindungsweg ab. Die Straßenbeleuchtung
wurde 1977 errichtet.

Der Friedhof für Neuhof befindet sich in Neuhof-Mollnitz und ist in gutem Pflegezustand. In der
Südwestecke der Parkanlage befindet sich die Grabstätte für die derer von Winterfeld.

Die Kreisringbahn war bis zu ihrer Stillegung 19.. der Hauptverkehrsträger für diese Region. Eine danach
eingerichtete Busverbindung wurde als Verbesserung der Verkehrsverbindungen empfunden. Durch die
neu erbaute Betonstraße wurde Neuhof an das allgemeine Verkehrsnetz angeschlossen. Die
Abgeschlossenheit des Dorfes wurde dadurch teilweise beseitigt.

Ein Schülerbus, ab 19.., befördert die Kinder aller Schulklassen zu - und von den Schulen. Es besteht eine
tägliche Busverbindung in die Kreisstadt. Die Waren des täglichen Bedarfs für die Einwohner von Neuhof
konnten bis 1959 im Kaufladen Kribbe erworben werden. Ab 1960 wurde die Versorgung durch die
Konsumgenossenschaft Karstädt in einem neu eingerichteten Verkaufsraum im Gutshaus Neuhof
gewährleistet.

Ambulanter Handel erfüllt seit 1991 viele Aufgaben der Versorgung. Das Gutshaus oder in der
Dorfeigenen Bezeichnung - das Schloß - wurde bis 1990 als Tageskindergarten sowie als Kinderkrippe
genutzt. Ein durch Umbau vergrößerter Raum ist als Versammlungsraum eingerichtet worden. Die Eiche,
vor der Freitreppe, ist 1955 anläßlich 10. Jahrestag der Bodenreform, eingepflanzt worden. 1989 ist die
Erneuerung der Dachkonstruktion sowie eine Dachneueindeckung vorgenommen worden. Das Schloß ist
seit 1991 geräumt und leerstehend, wird aber funktionsfähig erhalten.

Die veralteten Telefonanlagen wurden 1992/93 erneuert und eine Fernsprechzelle aufgestellt. Durch die
Aktion Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) sind seit 1991 mit einer periodisch in Neuhof eingesetzten
Arbeitsgruppe sichtbar gute Ergebnisse in Ordnung und Sauberkeit erreicht worden.

Im Sommer 1989 wurde anläßlich des 225-jährigen Bestehens von Neuhof ein Dorffest veranstaltet. Es
fand großen Zuspruch und währte zwei Tage.

Das langzeitlich festzustellende niedrige Niveau einer kulturellen Entwicklung in Neuhof, nach 1945, hat
seinen Ursprung in der Vernachlässigung dorfspezifischer Probleme. Durch die Einrichtung eines
Verbindungsweges für gepanzerte Kettenfahrzeuge aus dem Standortraum Perleberg durch den Ort
Neuhof zu dem Raum Parchim schuf die Besatzungsmacht den Hauptstörfaktor einer geordneten
Dorfkultur. Eine total ruinierte Dorfstraße sowie Folgeschäden an Gebäuden und Zäunen bewirkten ein
Desinteresse der Bürger an der Erhaltung von Ordnung und Sauberkeit im Dorf.

Durch politische Ereignisse hervorgerufen war die erste spürbare Veränderung in Neuhof die schnelle
Herstellung einer Ortsumgehung für gepanzerte Fahrzeuge. Der wirkliche Durchbruch zu einem
anerkannten Gemeinwesen erfolgte nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Ein von den Einwohnern
empfundener Höhepunkt in der Entwicklung des Dorfes war der Bau einer modernen Dorfstraße mit
Wasserablaufrinne, mit Gehweg und Dorfentwässerung. Dieses Objekt wurde 1990 fertiggestellt.

Die bis 1945 doch sehr triste, erstarrte und einfache Lebensweise der Beschäftigten des Gutes wurde
durch fremde Menschenströme aufgelockert, neue Erkenntnisse wurden gesammelt, der Lebensstandard
erhöhte sich zwar langsam aber stetig.

Im Rückblick wird erkennbar, daß die Hauptentwicklungsphase des Ortes Neuhof im Zeitraum 1950 bis
1975 gewesen war. Danach machte sich eine Abschwächung der Merkmale für Lebensqualität bemerkbar.

1990 wurde durch Umwandlung der bisherigen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in
Agrargenossenschaften die demokratische Entwicklung eingeleitet.

Alle Bodenreformflächen, die vor 1989 dem staatlichen Bodenfonds zurückgegeben wurden, die
Bewirtschaftung aber durch die LPG erfolgte, sind 1990 einer Treuhand-Gesellschaft übergeben worden. In
der Gemarkung Neuhof sind es 148 ha.

Bedingt durch die Herausbildung neuer Eigentumsformen ist die gesamte Feldwirtschaft von drei
Betrieben übernommen worden. In Neuhof ist kein selbstständiger Betrieb.

Fazit der geschichtlichen Entwicklung von Neuhof ab 1928

Vier bedeutsame gesellschaftspolitische Zeitepochen waren in der 65-jährigen Berichtszeit zu
verzeichnen. Der erste Zeitabschnitt vor 1933 war geprägt durch Spannungen im Umfeld finanz- und
marktpolitischer Probleme Deutschlands. Keine bedeutsamen Veränderungen im Gesamtgefüge des
Gutes. Durch großflächige Sandauffüllungen und durch Kopfsteinpflasterung wurde der Gutshof jederzeit
befahrbar und die Sauberkeit spürbar verbessert.

Nach 1933, der zweite Abschnitt, brachten einige gesetzliche Bestimmungen Verbesserungen auch für die
Einwohner von Neuhof. Bedeutsame Veränderungen waren nicht zu verzeichnen. Der II. Weltkrieg
lähmte eine Verbesserung der Lebensbedingungen. Eine gut geleitete Feldwirtschaft war das
Markenzeichen des Rittergutes Neuhof.

Nach 1945 wurde durch Veränderung der staatlichen Strukturen völlig Neues und Unbekanntes
geschaffen. Gelenkte allmähliche Überleitung in neue verschiedenartigste wirtschaftliche
Entwicklungsphasen. Die Dorfentwicklung nahm ihren Anfang. Stark pulsierendes Dorfleben war bis in die
1960er/ Anfang 1970er Jahre zu erleben. Durch einsetzende starke Abwanderung junger Einwohner ist die
Altersstruktur negativ beeinflusst worden.Politische Führungskraft war eine starke Ortsgruppe der
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Allmähliche Herausbildung hochproduktiver
Feldwirtschaft. Gegen Ende dieser dritten Zeitepoche war, durch politische Ereignisse hervorgerufen, eine
allgemeine Verunsicherung zu bemerken.

Die vierte und jetzt währende Periode zeigt, daß die Entwicklung, langzeitlich betrachtet, spiralförmig
verlaufend, wieder einige überholt geglaubte Merkmale hervorbringt.

Die Flurordnung der Gemarkung Neuhof ist unverändert geblieben, durch Verrohrungssystem ist das alte
Grabensystem beseitigt worden.

Nach der Wiedervereinigung auftretende Probleme sowie die Überalterung der Dorfbevölkerung lassen
für die Zukunft auf eine andersartige Entwicklung in Neuhof schließen.


Der Bericht ist hier zuende. In den zwanzig Jahren, die seither vergangen sind, hat sich
die Erkenntnis bewahrheitet, dass der Wandel das einzige ist, das im Leben Bestand hat.

Wie andersartig sich Neuhof in Zukunft entwickeln wird, hängt von der Kreativität der
Menschen ab, die dieses schöne Fleckchen Erde mögen. Und die Chancen stehen gut, dass
sich Zeitzeugen finden, die Chronik des einstigen Gutes Neuhof bis in die Gegenwart des
Dorfes Neuhof fortzuführen, denn es gibt noch so viel mehr zu erfahren und zu erzählen.

Neuhof
ist ein
relativ junges
kleines Dorf
im
Landkreis
Prignitz
Neuhof
gehört zu der
Gemeinde
Karstädt